Nationalpark Hohe Tauern
das größte Natur- und Tierschutzgebiet der Alpen
Im Herzen der österreichischen Alpen liegt der Nationalpark Hohe Tauern - mit einer Ausdehnung von 1.800 km² der zweitgrößte Europas. Eines der letzten großen Rückzugsgebiete für Flora und Fauna. Nur durch Erhaltung ihrer Lebensräume können
in den Hohen Tauern auch teilweise vom Aussterben bedrohte Arten überleben.
Hier
zeigt sich die Natur von ihrer schönsten Seite: Österreichs höchste Berggipfel,
weitläufige Gletscherflächen, alpine Wiesen, Felsen und Wasserfälle - in harmonischer Einheit mit alten Kulturlandschaften, die von vergangenen Jahrhunderten geprägt wurden.
Die Naturgeschichte der Hohen Tauern wurde von katastrophalen Ereignissen wie den Eiszeiten beeinflusst, aber auch vom ständigen Auf-, Um- und Abbau der Natur. Der Höhenunterschied vom tiefstgelegenen Punkt bis zum Gipfel des Großglockners beträgt nahezu 2.600 Meter. Kaum eine andere Landschaft Österreichs birgt derart viele Highlights. Der Nationalpark zählt zweifellos zu den großartigsten Gebieten der Erde
und ist eine Arche Noah für tausende Tier- und Pflanzengattungen. Ein Paradies für
alle - ganz nah am Herzschlag der Natur!
Besonderheiten
Im Zentrum des Nationalparks liegt der Großglockner, mit 3.798 m der höchste Berg Österreichs, der im Jahre 1800 erstmals bestiegen wurde und heute ein beliebtes Ziel
für geübte Bergsteiger ist.
Ein Naturschauspiel der besonderen Art sind die Krimmler Wasserfälle mit einer
Fallhöhe von insgesamt 380 Metern. An Nachmittagen des Monats Juli haben sie die größte Wasserführung und sind besonders imposant.
Die Pasterze ist die längste Gletscherzunge Österreichs und zudem über die Großglockner Hochalpenstraße leicht erreichbar. In der Beobachtungswarte stehen den Besuchern Fernrohre und Informationen zur Verfügung. Von hier aus kann man besonders gut die mächtigen Steinböcke beobachten.
Pflanzen und Tiere
Im Laufe der Naturgeschichte wurde die einzigartige Landschaftsform des Nationalpark Hohe Tauern geschaffen und die für die Alpen typische Vegetationsstufe. Den harten Lebensbedingungen im Winter haben sich auch die Tiere angepasst. Wer keinen Winterschlaf hält und in Winterstarre verfällt begnügt sich mit spärlichen Kräutern. Wer dem langen und harten Winter zum Opfer fällt wird zur Überlebenschance für andere.
Demgegenüber steht die unglaubliche Lebenskraft der kurzen Sommermonate in den Hohen Tauern. Auf den Bergwiesen breiten sich bunt schillernde Blütenmeere aus, Schneehühner sammeln sich zur Balz, Murmeltiere sonnen sich auf warmen Felsplatten und die Bartgeier ziehen hoch in der Luft ihre Kreise. Es scheint als wollten sie alle die kurze Zeit des angenehmen Sommers auf intensive Weise nutzen.
Das Gasteiner Anlauftal bei Böckstein war und ist Schauplatz eines besonderen Projekts. Die bereits ausgerotteten Bartgeier wurden im Rahmen eines großen Wiederansiedlungsprojekts in die freie Wildbahn entlassen. Das Projekt zeigt große Erfolge, das Gasteiner Bartgeierpärchen darf sich bereits über Nachwuchs freuen.
Almen
Der Mensch hat die Almregion entscheidend beeinflusst – keinesfalls negativ, denn dafür fehlten die technischen Mittel. Zudem wurden durch all die Zeiten die Gesetzmäßigkeiten der Natur respektiert. Regelmäßige Mahd und die Beweidung der Bergwiesen ermöglichten das Entstehen neuer besonders artenreicher Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen. Berglandwirtschaft im Einklang mit der Natur ist durchaus möglich und wird in der Kulturlandschaftszone des Nationalparks offensichtlich.
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